#2 – Licht(t)räume

Tonhalle Zürich 19:30

Camerata Zürich
Esther Hoppe, Leitung & Moderation
Ronald Brautigam, Klavier (Artist in Residence)

Programm

Edward Elgar Introduction and Allegro, op. 47
Sally Beamish Klavierkonzert Nr. 1 “Hill Stanzas”
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Johannes van Bree Allegro für vier Streichquartette
W.A. Mozart Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur, KV 271 „Jeunehomme“

In diesem Konzert begegnen sich vier Werke, die das Verhältnis von solistischer Stimme und Ensemble auf ganz unterschiedliche Weise ausleuchten.

Edward Elgars Introduction and Allegro stellt den Streicherapparat von Beginn an unter Spannung. Das Werk lebt vom Wechsel zwischen Tutti und kleineren Gruppen, vom Hervortreten einzelner Linien und vom erneuten Zusammenfinden im Gesamtklang. Elgar greift dabei die Idee des Concerto grosso auf und schafft eine Musik, die aus dem Inneren des Ensembles heraus Energie entwickelt.

Mit dem Klavierkonzert «Hill Stanzas» der brittischen Komponistin Sally Beamish rückt danach ein Werk der Gegenwart ins Zentrum. Beamish schrieb es für Ronald Brautigam. Die Musik folgt keiner reinen Virtuosenlogik, sondern entfaltet ihre eigene Dramaturgie aus Klang, Atmosphäre und Bewegung. Das Klavier steht im Mittelpunkt, bleibt aber stets mit dem Orchester verbunden, als Teil eines grösseren musikalischen Zusammenhangs.

Johannes van Brees Allegro für vier Streichquartette lenkt den Blick noch einmal auf die Streicher. Das Stück lebt vom Zusammenspiel kleiner Einheiten, vom Ineinandergreifen der Stimmen und von einer Beweglichkeit, die ganz aus der kammermusikalischen Anlage entsteht. Der Klang bleibt transparent und gewinnt gerade daraus seine Spannung.

Zum Abschluss folgt Mozarts Klavierkonzert Nr. 9 in Es-Dur KV 271, das sogenannte Jeunehomme-Konzert. Mozart sprengt hier schon früh die Erwartungen seiner Zeit. Das Klavier tritt mit ungewöhnlicher Entschiedenheit auf, der Austausch mit dem Orchester beginnt sofort, und aus diesem Dialog gewinnt das ganze Werk seine besondere Frische. Ronald Brautigam tritt in diesem Programm nicht nur als Solist auf, sondern als zentrale Figur eines Abends, der die Beziehung zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen Gegenwart und Vergangenheit immer wieder neu hörbar macht.

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