Unter dem Titel Amor et Psyche kreist dieser Abend um Liebe als Sehnsucht, Verführung, Verletzlichkeit und innere Bewegung. Im Zentrum steht der Sopranist Maayan Licht, dessen edle Stimme den unterschiedlichen Facetten dieses Themas eine einzigartige Klanggestalt verleiht. Die barocken Arien werden dabei nicht einfach zu Einzelnummern, sondern zu Stationen eines Konzertprogramms, das seelische Zustände erkundet und hörbar macht.
Henry Purcells Fantasy upon one note eröffnet den Abend mit einer Musik von konzentrierter Spannung. Über einem liegenden Ton entfaltet sich ein feines Geflecht von Stimmen, das wie ein Innehalten vor dem ersten Wort wirkt. Hugo Wolfs Italienische Serenade bringt danach Bewegung, Annäherung und ein leichtes Knistern ins Spiel.
Mit Maayan Licht tritt dann eine Stimme auf, die diesem Programm seine Mitte gibt. Arien von Purcell, Händel, Vivaldi und anderen Komponisten erzählen von Begehren, Zweifel, Hingabe und Schmerz. In ihnen erscheint Liebe nicht als Zustand, sondern als allumfassende Erfahrung, die den Menschen verwandelt. Gerade darin berührt sich das Programm mit dem Mythos von Amor und Psyche.
Zum Abschluss folgt Giuseppe Verdis Streichquartett in e-Moll in einer Fassung für Streichorchester. Auch ohne Worte bleibt die theatralische Klangsprache Verdis erhalten. Was zuvor in der Stimme Gestalt angenommen hat, setzt sich hier im reinen Instrumentalklang fort.